Erhalten statt wachsen


Verschiedene Gesetzmässigkeiten erinnern uns immer wieder daran, dass nur dort Wachstum stattfinden kann, wo auch Sterben möglich ist.

Im Berggebiet leben wir aus topographischen Gründen in klein strukturierten Verhältnissen, die je länger je mehr vor allem von städtischen Bewohnern aus dem In- und Ausland als schön definiert werden, das heisst auch, sie kommen uns besuchen (=Tourismus, Erholung). Um diesen ländlichen Raum in seinen kleinen Strukturen zu erhalten, bedarf es einer anderen Bewertung der Gegebenheiten. Die Bewertung von Gütern aus dem Berggebiet (=Einkommen der Bäuerinnen und Bauern) muss sich von der Mengenbewertung abkoppeln. Dies geschieht bereits über Subventionen und Direktzahlungen aus den Kassen der Allgemeinheit. Diese Gelder werden in Zukunft weniger fliessen, weshalb wir in Andeer versuchen wollen, eigene Wege mit eigenen Gedanken zu gehen.

Kernpunkt 1: Erhalt der hohen Milchqualität, so wie wir das von der Verarbeitung und Vermarktung aus verstehen

Kernpunkt 2: Direktvermarktung, wir bestimmen Qualität und Preis

Kernpunkt 3: Mehr Milchgeld durch weniger Milch

Grundlagen

Im Jahre 2000/2001 wurde die Milch der Sennerei Andeer abgeführt, weil wegen der Kleinheit des Betriebes kein Milchkäufer gefunden werden konnte.

Die Bauern glaubten trotzdem an ihre Dorfsennerei und suchten weiterhin geduldig einen Milchkäufer, den sie dann auch fanden.

Seit November 2001 versuchen nun die Milchlieferanten und wir als Milchkäufer gemeinsame Wege zu gehen mit eigenen Gedanken und Ideen.

  1. Silofreie Biomilch ist Grundvoraussetzung für Produkte mit hoher Wertschöpfung.
  2. Milchanlieferungen ungekühlt morgens und abends bzw. gekühlt einmal täglich zur Dorfsennerei haben einen qualitativ sehr hohen Stellenwert und sind Grundvoraussetzungen für Produkte mit hoher Wertschöpfung.
  3. Bäuerinnen, Bauern und Verarbeiter sehen sich täglich, dadurch ist ein hoher Kommunikationsgrad möglich.
  4. Milch von Kühen mit Hörnern wird höher bewertet.
Unsere Marktphilosophie

Im Berggebiet haben wir kein Marktproblem, sondern ein Vermarktungsproblem, und das ist ein Kommunikationsproblem. Wir meinen, dass es eine Mitverantwortung dafür gibt, was wir verkaufen wollen. Aus diesem Grund wollen wir nicht alle Kundenwünsche zufrieden stellen, sondern uns diejenige Kundenschicht suchen, die es schafft, Zusammenhänge über Werte und Preise zu erkennen (=langfristige Kunden). Dies erfordert ein hohes Mass an Kommunikation auf allen Ebenen und ist abhängig von uns selbst. Letztendlich entscheiden unsere eigenen Kommunikationsfähigkeiten und die Kunden, ob es uns morgen noch gibt oder nicht.

Unsere ökologische Philosophie

Ökologie, die Lehre des Haushalts, fängt immer erst bei uns selbst an, um überhaupt glaubwürdig sein zu können, und das bedeutet:

1. Alle 5 Landwirtschaftsbetriebe arbeiten nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. Sie sind Knospebetriebe, eine Vorraussetzung für uns Milchverarbeiter und das unterste Niveau im Qualitätsbewusstsein.
2. Als Verarbeiter von Biomilch zu Biomilchprodukten versuchen wir, in unserer eigenen privaten Küche und im Laden Bioprodukte von unseren Kolleginnen und Kollegen zu verwenden.
3. Durch ständige Kommunikation sind wir bemüht, ökologisches Kreislaufdenken auch in unserer Umgebung zu diskutieren, denn unsere eigenen Küchen und Vorratsräume sind die kleinsten Zellen unserer Ökosysteme.
4. In Zukunft werden wir versuchen, für die Sennerei und den privaten Lebensraum energieautark zu werden mit Hilfe von Sonne und Holz.




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